Mittwoch, 26. Juli 2017

Predigt-Materialien, Nacherzählungen, Gottesdienst-Entwürfe (aktualisiert)

Friedensreich Hundertwasser-BIBEL
Aufgrund jahrzehntelanger Gottesdienst-Tätigkeit in Gemeinde und Schule sind viele Predigten zu biblischen Texten,
Andachten und neue Liturgieformen entstanden.
Sie werden hier in einer
kleinen Auswahl vorgestellt,
dazu thematische Anregungen,
Gebete und Meditationen.




Thematisches
  • Schulgottesdienst als Fest und Besinnung
    Theologisch-homiletische Einführung
    Gottesdienst Praxis Serie B ----  (Hg.:  Erhard Domay):
    Schulgottesdienste. 
    Gütersloher Verlagshaus 1989, S. 7-15
  • Unterwegs zum Leben. Gottesdienste mit Schülern
    der Sekundarstufe I und II.

    Dienst am Wort Bd. 36. Göttingen: V & R  1979, 144 S., Abb.
  • Gottes Liebe ist noch nicht zu Ende
    Schulgottesdienst zu 1. Mose 6-8: Noah- die Arche die große Flut
    In: Horst Nitschke (Hg.): Gottesdienste mit Schülern.
    Für Schulanfänger - Zur Schulentlassung - Während der Schulzeit - Zum Reformationstag.
    Gütersloher verlagshaus 1979, S. 80-84
  • Abendmahl am Morgen - Frühstücksgottesdienst in der Schule
    Zuerst veröffentlicht in: Gottesdienst Praxis Serie B ----  (Hg.:  Erhard Domay): Schulgottesdienste.Gütersloher Verlagshaus 1997, S. 135-137
  • Der Abendmahlsteil in Schulgottesdiensten
    Gottesdienst Praxis Serie B ----  (Hg.:  Erhard Domay): Schulgottesdienste.
    Gütersloher Verlagshaus 1989, S. 105-109
  • Auf dem Weg zu wahrer ökumenischer Gastfeundschaft
    Mehr als eine Problemanzeige

    Gottesdienst Praxis Serie B ----  (Hg.:  Erhard Domay): Abendmahl.Gütersloher Verlagshaus 1998, S. 121-130
  • Passion - Kreuzweg zum Leben
  • Passion:
    Ich kenne einen, der riskierte alles
    Gottesdienstpraxis Serie B: Passion
    Hg.: Horst Nitschke. Gütersloher Verlagshaus 1983, S. 57-73
  • Taufe
    Ein neuer Name - ein neues Ich.
    Überlegungen zum Thema Taufe und eine Aktion mit YtongsteinenGottesdienst Praxis Serie B ----  (Hg.:  Erhard Domay): Taufe. , V. Perikopenreihe, Bd. 4:
    10. Sonntag n. Trin bis Ewigkeitssonntag. Gütersloher Verlagshaus 1997, S. 29-32
  • Weitere Taufgottesdienste, siehe Bibelstellen
  • Trauung 1
    Persönliche Gedanken zur christlichen Trauung
    In: Horst Nitschke (Hg.) in Zusammenarbeit mit Hans Werner Dannowski / Jürgen Kleemann:
    Trauung. Gottesdienstmodelle, Gebet, Voten, Predigten, Besinnungen, Anleitungen.
    Gütersloher Verlagshaus 1975, S. 147-149
  • Trauung 2
    Elemente der Trauung
    In: Horst Nitschke (Hg.) in Zusammenarbeit mit Heinz-Dieter Knigge:
    Trauung 2. Predigten, Gebete, Voten, Besinnungen, neue Formen
    Gütersloher Verlagshaus 1979, S. 94-98
  • Am Grabe
    Predigten, Gebete, Predigtanalysen. Hg. Horst Nitschke 
    in Zusammenarbeit mit Hans Werner Dannowski / Jürgen Kleemann.
    Gütersloher Verlagshaus  1975
    Predigt: Euer Herz erschrecke nicht (Johannes 14,1-6)
    ... (aaO S. 115 [S. 114-117])
Morgenimpulse



Predigttexte, liturgische Anregungen, Erzählendes


  • Jesaja 42, 1-9: Gott gibt Lebensatem
    Gottesdienst Praxis Serie A ----  (Hg.:  Erhard Domay), VI. Perikopenreihe, Bd. 1:
    1. Sonntag im Advent bis Letzter Sonntag nach Epiphanias.. Gütersloher Verlagshaus 1995, S. 112-113

    den um Gerechtigkeit kämpfenden Hauptmann Moor in einen furchtbaren Gewissenskonflikt.


  • Jesaja 43, 1-7: Identität und Namensgebung
  • Jesaja 49, 1-6: Gescheiterte Hoffnung und dennoch Licht der Welt
    Gottesdienst Praxis Serie A ----  (Hg.:  Erhard Domay), V. Perikopenreihe, Bd. 4:
    10. Sonntag n. Trin bis Ewigkeitssonntag. Gütersloher Verlagshaus 2000, S. 74f
    Der Gottesknecht - ein Licht für die Welt
    Jesus erzählt einigen Engeln im Himmel aus seiner irdischen Geschichte: "40 Tage hatte ich mich aus dem Leben meiner Stadt zurückgezogen, mit mir und der Wüste allein. Ich hatte seit meiner Kindheit den Eindruck, dass etwas Besonders auf mich wartete, aber was das war, wurde mir erst in diesen 40 Tagen und besonders in den 40 Nächten des Fastens klar. Die inneren Erlebnisse ...
     
  • Jesaja 55, 6-13: Der Mensch im Kreislauf der Natur
    Gottesdienst Praxis Serie A ----  (Hg.:  Erhard Domay), V. Perikopenreihe, Bd. 2:
    Sexagesimae bis Kantate. Gütersloher Verlagshaus 2001, S. 9
  • Jesaja 60, 1-2: Licht im Dunkel
  • Jesaja 62, 1-12: Jerusalem oder Hoffnung auf die neue Stadt
  • Jeremia 29,1.4-14: Was ist das Beste für eine Stadt?
  • Daniel 12,1-7:  Lehrer der Gerechtigkeit auf dem Weg zur Weisheit
    (Erinnerung an Paul Schwarzenau)
15. Sonntag n. Trin. bis Ewigkeitssonntag. Gütersloher Verlagshaus 1997, S. 95-96
  • Johannes 14,1-10 mit Bezug auf Kap. 16 und Joh 3,14
    Christliche Identität im Johannes-EvangeliumIn: Reinhard Kirste: Die Bibel interreligiös gelesen. Interkulturelle Bibliothek Bd. 7.
    Nordhausen: Bautz 2006, S.115-1120.124-128
    Vorfassung: Johannes 14,1-7 im Blick auf die Gründung des Ökumenischen Rates 1948.
    In: GottesdienstPraxis Serie A ----  (Hg.:  Erhard Domay), I. Perikopenreihe, Bd. 3:
    Kantate bis Israelsonntag. Gütersloher Verlagshaus 2003, S. 142-149
  • Johannes 14, 15-19: Abschied und Tröster
    Zuerst veröffentlicht in: Gottesdienst Praxis Serie A
    ----  (Hg.:  Erhard Domay), V. Perikopenreihe, Bd. 3:

    Rogate bis 3. Sonntag n. Trin. Gütersloher Verlagshaus 1995, S. 26-30
  • Johannes 16,7-8: Der islamische Paraklet
    - eine komplementäre Auslegung
    In: Reinhard Kirste: Die Bibel interreligiös gelesen. Interkulturelle Bibliothek, Bd. 7
    Nordhausen: Bautz 2006, S. 124-126
  • Johannes 20,1-18: Maria Magdalena - neu sehen lernen
  • Apostelgeschichte 1, 1-12 (Himmelfahrt)
  • Apostelgeschichte 2,1-18: Geistes-Gegenwart.
    Anregungen für einen pfingstlichen Schulgottesdienst in der Sekundarstufe I
  • Apostelgeschichte 2,37-47: Geistes-Gegenwart [heute]
  • Apostelgeschichte 8, 26-40: Ein Finanzminister aus Äthiopien
  • Römer 9-11: Juden und Christen
  • Römer 14, 10-13: Kritik - Unterscheidung - Entscheidung
    Gottesdienst Praxis Serie A ----  (Hg.:  Erhard Domay), II. Perikopenreihe, Bd. 3:
    Rogate bis 11. Sonntag n. Trin. Gütersloher Verlagshaus 1998, S. 104
  • 1. Korinther 1,18-25: Der Skandal - im Kreuz Christi liegt das Heil
  • 1. Korinther 2,12-16: Natürlicher und geistlicher Mensch
    Gottesdienst Praxis Serie A ----  (Hg.:  Erhard Domay), IV. Perikopenreihe, Bd. 3:
    Kantate bis 9. Sonntag n. Trin. Gütersloher Verlagshaus 2000, S. 55
  • 2. Korinther 4,3-6: Wenn Licht durchscheint
    Vorfassung: 
    GottesdienstPraxis Serie A ----  (Hg.:  Erhard Domay), VI. Perikopenreihe, Bd. 1:
    1. Sonntag im Advent bis Invokavit. Gütersloher Verlagshaus 1998, S. 96-103
  • 2. Korinther 9,6-15: Freizügigkeit und Freiheit des Gebens
    Gottesdienst Praxis Serie A ----  (Hg.:  Erhard Domay), II. Perikopenreihe, Bd. 4:
    12. Sonntag n. Trin. bis Ewigkeitssonntag. Gütersloher Verlagshaus 1998, S. 55
                      Aufgrund des Konflikts,
         
     




Dienstag, 25. Juli 2017

Siddharta Gautama - der Buddha - Begegnungen

Dorothee Sölle: Erinnere dich an Gotama

Erinnere dich an gotama jüngling aus reichem hause

der so behütet wurde um nicht zu sagen vermummt
dass er mit achtzehn jahren auf einem spaziergang durch den park
unheilbar erschrak für sein leben
er sah dort vier figuren 
die man auch dir gern versteckt
die krankheit
den hunger
das alter
den tod 
einer von diesen war schon genug
die mauer des gartens einzureißen 
und den park zu verwüsten 
und die goldenen steine
mit denen sein kleid besetzt war

schwarz zu machen für immer.  

Da es nun vier waren und kein übersehen möglich 

auch keine handvoll reis half 
der alte hatte keine zähne 
auch kein wort trost 
der hungrige starb 
auch kein beutel gold 
der kranke konnte nicht gehen 
auch kein vergessen 
weil einer der vergissmeinnicht war der tod
da zog der aus dem schönen hause fort 
und ließ kleider zurück und geld und ehren und eine frau
die jung war und gerade ein kind bekommen hatte
der gotama aber ging fort 
weil er die vier gesehen hatte

Der nun von dem ich erzählen will

hat die vier auch getroffen als er durch sein land ging
in den höhlen nazareths sah er die krankheit
die rasselte dort mit der klapper
in der steinwüste traf er den hunger an
und die alten sah er vergeblich hocken bei jericho
den tod aber hat er getroffen als er am jordan stand
und sich taufen ließ von einem dem schlugen sie bald den kopf ab

Alle diese begegneten ihm

aber er wandte sich nicht ins gebirge der weisheit
sondern er lud sie zum essen ein
an seinem tisch saßen sie
alter und hunger und krankheit und tod
auch zogen sie mit ihm die staubigen wege
wo es keinen schatten gab auf stunden
auch begleiteten sie ihn des nachts,
denn ich nehme an, dass er nicht gut schlief
gemeinhin. 
Dorothee Sölle: Den Rhythmus des Lebens spüren. Inspirierter Alltag.
Hg.: Bettina Hertel / Birte Petersen. Freiburg/Br. u.a.: Herder 2001, S. 211
Eine Störung, aaO  S. 14


Dorothee Sölle: Eine Störung
Während ich langsam lese

was auf dem achtteiligen pfad des buddha
die bare aufmerksamkeit ...
weiter >>>




Bertold Brecht:
Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus
Gothama, der Buddha, lehrte
Die Lehre vom Rade der Gier, auf das wir geflochten sind, und empfahl,
Alle Begierde abzutun und so
Wunschlos einzugehen ins Nichts, das er Nirwana nannte.
Da fragten ihn eines Tags seine Schüler:
«Wie ist dies Nichts, Meister? Wir alle möchten
Abtun alle Begierde, wie du empfiehlst, aber sage uns,
Ob dies Nichts, in das wir dann eingehen,
Etwa so ist wie dies Einssein mit allem Geschaffenen,
Wenn man im Wasser liegt, leichten Körpers, am Mittag
Ohne Gedanken fast, faul im Wasser liegt oder in Schlaf fällt,
Kaum noch wissend, dass man die Decke zurecht schiebt,
Schnell versinkend, ob dies Nichts also
So ein fröhliches ist, ein gutes Nichts, oder ob dies dein
Nichts nur einfach ein Nichts ist, kalt, leer und bedeutungslos.»
Lang schwieg der Buddha, dann sagte er lässig:
«Keine Antwort ist auf eure Frage.»
Aber am Abend, als sie gegangen waren,
Saß der Buddha noch unter dem Brotbaum und sagte den andern,
Denen, die nicht gefragt hatten, folgendes Gleichnis:
«Neulich sah ich ein Haus. Es brannte. Am Dache
Leckte die Flamme. Ich ging hinzu und bemerkte,
Dass noch Menschen drin waren. Ich trat in die Tür und rief
Ihnen zu, dass Feuer im Dach sei, sie also auffordernd,
Schnell hinauszugehen. Aber die Leute
Schienen nicht eilig. Einer fragte mich,
Während ihm schon die Hitze die Braue versengte,
Wie es draußen denn sei, ob es auch nicht regne,
Ob nicht doch Wind ginge, ob da ein anderes Haus sei,
Und so noch einiges. Ohne zu antworten,
Ging ich wieder hinaus. Diese, dachte ich,
Müssen verbrennen, bevor sie zu fragen aufhören. Wirklich, Freunde,
Wem der Boden noch nicht so heiß ist, dass er ihn lieber
Mit jedem andern vertausche, als dass er da bliebe, dem
Habe ich nichts zu sagen.»
So Gothama, der Buddha.
Aber auch wir, nicht mehr beschäftigt mit der Kunst des Duldens,
Eher beschäftigt mit der Kunst des Nichtduldens und vielerlei Vorschläge
Irdischer Art vorbringend und die Menschen beschwörend,
Ihre menschlichen Peiniger abzuschütteln, meinen, dass wir denen, die
Angesichts der heraufkommenden Bombenflugzeuggeschwader des Kapitals noch allzu lang fragen,
Wie wir uns dies dächten, wie wir uns das vorstellten
Und was aus ihren Sparbüchsen und Sonntagshosen werden soll nach einer Umwälzung,
Nicht viel zu sagen haben.
Bertolt Brecht: Hundert Gedichte 1918-1950. Berlin 1962, S.116 f.
[aus den Kalendergeschichten, rororo TB 10077, Rowohlt 1988]


CC

Montag, 15. Mai 2017

Aphorismen V: Neue Herausforderungen für den interreligiösen Dialog

Zitate aus:
Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka (Hg.):
Neue Herausforderungen für den interreligiösen Dialog.
Religionen im Gespräch, Bd. 7 (RIG 7).
Balve: Zimmermann 2002

Viele Menschen - ein Gott
Viele Credos - ein Himmel (S. 30)

Im Schweigen
spüre ich
den Anhauch Gottes (S. 81)

Christus
hat viele Namen
Er gehört
nicht nur den Christen
Er ist Symbol göttlicher Zuwendung  (S. 91)




Eines hat Gott geredet 
ein Zweifaches habe ich gehört
(nach Psalm 62,12 / S. 115)  


Ich ging als Christ fort
Ich fand mich selbst 
als Hindu
und ich kehre zurück
als Buddhist
ohne aufgehört zu haben
ein Christ zu sein
Raimon Panikkar, S. 220)






In der Tiefe des Gebets
finden Religionen
Grund genug (S. 237)

Mit den Augen des Anderen
wenigstens
zu sehen versuchen ----
welche Veränderung ! (S. 284)

Wo das Geheimnis 
durch-leuchtet
                      findet der Mensch
                      Verstehen (S. 332)

Wo göttliche Logik
sich in menschliche Grammatik
kleidet
gibt es
die Fülle der Sprachen (S. 345)

Wenn Gottes Wege
viele Möglichkeiten öffnen
Wie groß 
muss dann
die Wahrheit sein ! (S. 379)


Sym-Pathie / Com-Passion
Solidarisch handeln
gibt den Ausgegrenzten
neue Kraft (S. 386)


Farbenpracht
gehört zu Gottes Garten
--- die Mutationen
hören gar nicht auf (S. 422)

CC

Freitag, 28. April 2017

Weißt du Jesus ...

In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts erschien im Informationsblatt der
Berliner Schülerbibelkreise (BK) das Gedicht "Jesus und die Currywurst".
Es wurde dann sogar abgedruckt in:

Wolfgang Fietkau (Hg.): Poeten beten. Anrufe in Texten der Gegenwart. 
Wuppertal-Barmen: Jugenddienst-Verlag 1969, S. 40

Dieser Text wurde immer wieder publiziert, besonders in Schülermaterialien für den Religionsunterricht, zuletzt mit methodischer Anleitung, in:
Wolfgang Rieß: Jesus. Mensch, Prophet, Gottessohn.
Schülernahe Materalien mit didaktisch-methodischen Hinweisen.
Sekundarstufe I  
Augsburg: Auer [2016], 2017, 2. Aufl., S. 81 


CC




Dienstag, 18. April 2017

Die dialogische Kraft des Mystischen ---------------- Aphorismen IV



Aus: Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka (Hg.): 
Die dialogische Kraft des Mystischen. 
Religionen im Gespräch, Bd. 5 (RIG 5). 
Balve Zimmermann 1998
Wer 
zu verstehen sucht
ist schon
auf dem Wege
zum Herzen des Anderen (S. 79)


In den Worten
klingt ein Ton
schwingt die Saite
wärmt das Herz
Liebe ohne Vorurteil
hat den Klang des Ewigen (S. 249)



Im Beten
wenn die Worte versagen
im Schweigen
wenn Sprache sich auffüllt
zur Kraftquelle des Hier
Jenseitiger Fluss
Wasserkraft dieser Welt (S. 258)


Die beiden Seiten
des Mittelmeeres --- EINES    (S. 292)



Am Morgen des Abendlandes
saßen sie zusammen
um nachzudenken
mit Herz und Verstand
woher sie gekommen
wohin sie gingen
und Vernunft
und Mystik
fanden nur ein Wort
GOTT (S. 279)



Steig in die Stille
und sieh
wie die Wellen des Weihers
verstummen
nun sieh
durch den Spiegel (S. 422)


Wer das Schweigen übt
gibt der Sprache Zeit
Wer die Stille hält
öffnet Weisheit Kraft
Weil die Tiefe Quelle ist
und die Macht der Liebe
Harmonien stiftet
lebt der Mystik Dialog (S. 461)




Das Lernen weiten 
die Welt entdecken
vor der Vielfalt staunen
der Einfalt absagen
Lernwerkstatt "Welt"
Facetten des Unendlichen
anschauliches Geheimnis 
im Hier und Jetzt (S. 482)

Dialog mit anderen 
nicht nur
Horizonterweiterung
sondern
unermesslicher Gewinn
für den
der wirkliches Lernen
sucht (S. 512)

Gruß an Gotthold Ephraim Lessing
Wenn über tausend tausend Jahre
sie schließlich
vor dem Richterstuhle stehen
dann hoffentlich
ja hoffend Licht
dann haben die drei gleichen Ringe
das Wunderwerk
umfassender Versöhnung
 wohl vollbracht (S. 539)



Wenn das Ferne
das Nahe
das Fremde
Eigenes wird
Der Kosmos
die Seele umfängt
das Leben in Gott erwächst
dann ist am Ende 
alles in Allem (S. 559)


Die Bildung des Herzens
kennt keine Grenzen (S. 611)

Identität

das ist nicht 
definitiv
das ist 
infinitiv (S. 613)


Wer bin ich?
Von Innen kommt Antwort
wenn die Zeit 
der Erkenntnis
reift
(S. 630)

Wer bin ich?
Mehr bin ich
bin ich doch
Teil
einer vielfältigen Welt
(S. 639)

"Orient und Okzident

sind nicht mehr zu trennen."
Was Goethe dichtete
ist die Wahrheit
der Seidenstraße
Kulturbrücke Ost - West
gehalten von Asiens Gründen
Wir brauchen sie heute
dringender
denn je (S. 637)


Wer hier
die Enge überschreitet
hofft dort
auf der Begegnung Weite (S. 664)



Wir sehen jetzt
durch einen Spiegel
in einem dunklen Wort
dann aber
von Angesicht zu Angesicht
                                             Paulus in 1. Korinther 13,13 (S. 655)


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Aus: Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka (Hg.): 
Wegmarken zur Transzendenz.
Religionen im Gespräch, Bd. 8 (RIG 8). Balve Zimmermann 2004

Glücklich
wer wie Odysseus 
von einer langen Reise
zurückkehrt (S. 164).


Die Alternative
zum Dialog der Religionen
ist der Dialog der Liebe
(S. 263)




Freitag, 14. April 2017

Gedanken zu 1. Korinther 1,18-25: Der Skandal: Im Kreuz Christi liegt das Heil

Einleitung
Katholische antiprotestantische vorkonziliare (= vor dem Vaticanum II) Mentalität auf dem Lande:
Der Bauer fährt Mist auf das Feld, und zwar extra
am höchsten evangelischen Feiertag, dem Karfreitag.
Die protestantische Retourkutsche:
Volles Arbeitsprogramm des evangelischen Bauers an Fronleichnam …
Das ist glücklicherweise vorbei …


1.  Protestantische Mentalität in Kirchenliedern
Überwiegende Gedanken: Christus vergoss sein Blut für uns, unser Heil wurde durch sein (teures) Blut erkauft, es ist das Lösegeld (Freikauf), das Sühnegeld für unsere Sünden.
·       ---  Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid
(EG 350, Strophe 1: Leipzig 1638, 2-5:
Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1739)
·      ---   … Deine Gnad und Christi Blut, machen allen Schaden gut
(EG 484: Müde bin ich geh zur Ruh, Strophe 2)
Dichterin: Luise Maria Hensel, die Schwester des Malers 
Wilhelm Hensel und Schwägerin der Komponistin Fanny Hensel, geb. Mendelssohn, Schwester des Komponisten Felix Mendelssohn, wurde am 30. März 1798 in Linum (Brandenburg) als Tochter des dortigen Pfarrers Ludwig Hensel und dessen Ehefrau Johanna Albertina Trost geboren. Sie siedelte nach dem Tode des Vaters mit ihrer Mutter 1809 nach Berlin über. Nachdem sie bereits im Alter von 14 Jahren „heimlich mit Gott einen Pakt“ geschlossen hatte und lange gedanklich und gefühlsgemäß auf der Suche nach der Wahrheit war, konvertierte sie am 7. Dezember 1818 vom lutherischen zum katholischen Glauben mit dem Ablegen des katholischen Glaubensbekenntnisses bei Probst Johannes Ambrosius Taube. (Wikipedia)
·        --- Du hast für mich vergossen am Kreuz dein teures Blut …
   (EG 158: O Christe Morgensterne …, Strophe 3,Leipzig 1579---  Kauftest durch dein Blut uns frei, hat den Tod für uns gelitten    (EG 331: Großer Gott wir loben dich, Strophe 8, kath. Priester Ignaz Franz (Schlesien), 1768

Offensichtlich ist diese Blut-Mentalität nicht unbedingt typisch protestantisch ...


2.  Der Apostel Paulus – Skandal des Kreuzes: 1. Kor 1,17-31
„Das Wort vom Kreuz ist eine Dummheit für jene, die verloren gehen, uns aber, die wir das Heil erlangen ist es eine Gotteskraft … Weil nämlich die Welt in ihrer Ignoranz Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott sehr, durch törichte Verkündigung das Heil anzusagen, und zwar für diejenigen, die das glauben. Er tat es auch deshalb, weil die Juden Zeichen fordern und die Griechen nach Weisheit fragen. Wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, für die Juden ein Skandal und für die Griechen Schwachsinn.“
Bei Paulus erleben wir eine Dialektik, einen Umkehrschluss: im Symbol des Todes, dem Kreuz, liegt das wahre Leben.


3.  Theologische Antwortversuche zur Heilsbedeutung der Kreuzigung Christi:
      Opfer, Sühnopfer, Lösegeld, Versöhnung durch Tod, Glaubenszeugnis, Stellvertretung
a.  Gerhard Ebeling: Jesus – extremer Zeuge des Glaubens
„Seine [Jesu] Verkündigung, sein Wirken, sein Weg, seine ganze Existenz zielten darauf ab, als Zeuge des Glaubens zum Glauben [ = an Gott, der Wahrheit des Glaubens] zu rufen und Glauben zu erwecken. Auch und gerade sein Tod gehört zu dieser Zeugenschaft des Glaubens. Dieser Sendung hatte sich Jesus so sehr hingegeben, dass sein Tod die äußerste Erfüllung der Zeugenschaft des Glaubens und somit die Summe seines Lebens war. Wenn man sich nun zu Jesus stellte, so stellte man sich damit zum Glauben.“
Gerhard Ebeling: Das Wesen des christlichen Glaubens. Tübingen: Mohr 1959, S. 68
b.  Dorothee Sölle: Jesus – Stellvertreter eines nicht mehr allmächtigen Gottes
„Die Abhängigkeit Christi als Selbstauslieferung ist der Grund seines Leidens. Christus vertritt den Gott des Lebens nur, er ersetzt ihn nicht. Weil Christus abhängig bleibt von Gott, darum kleidet er und trägt Schmerzen Gottes in der Welt. Jede Form von Lebensersatz füllt die Lücken des Lebens aus und perfektioniert das lückenhafte Dasein. Der abhängige Stellvertreter dagegen hält die Lücke offen, die Gottes Leben darstellt; und eine offen gehaltene Lücke ist konkret Schmerz, der sich nicht schließen und stillen lässt, solange sich Gottes Identität in der Welt nicht bezeugt hat … Die im Evangelium gemeinte Liebe ist nichts anderes als das radikale Eintreten eines für einen unersetzlichen anderen: vorläufige und sich selbst abhängig machende Identifikation. Christus hat sich mit Gott identifiziert und sich selber in die Abhängigkeit davon gebracht, dass Gott zu seiner Identität käme. Wer sich mit Christus identifiziert, der vertritt in der gleichen Weise Gott vor der Welt, leidend und vorläufig.“
Dorothee Sölle: Stellvertretung. Ein Kapitel Theologie nach dem „Tode Gottes“. Stuttgart / Berlin: Kreuz 1965, S. 198f

c.  Martin Luther:     
Jesu stellvertretendes Leiden / Im Tod das Leben gewinnen
„Jesus hat nicht nur während seiner eigentlichen Passion gelitten, sondern sein ganzes Leben war ein Leiden … Er hat das Leiden um unserer Sünden willen auf sich genommen … Aber Christus ist kein passives Opfertier, kein durch den Zorn Gotts hin und her geworfener Gegenstand. Er hat sich nicht nur zum Opfer dargebracht, „er hat sich selbst zur Sünde, zu unserem Opfertier gemacht“ (WA 40 III, 733.1) … Er gibt sich durch eine Willensanstrengung und durch eine freiwillig ins Leiden gehende Liebe zum Opfer hin, weil er mit dem sündigen Menschen solidarisch wird …
(WA 40 III,737.22) …   
Um dieses stellvertretenden Leidens Christi willen und um seiner Fürbitte zu unseren Gunsten willen vergibt uns der Vater und wird mit uns völlig versöhnt … Kreuz und Leiden sind durch seine [Jesu] Unschuld geheiligt worden (WA 40 III,713.33). Es gibt hinfort im Leben und im Sterben des Menschen nichts mehr, was nicht durch Christus geheiligt wäre (vgl. WA 37,59.1 = Predigten 1533/34).         
Aber wie verhält es sich mit dem Tod Christi? Kann man sagen, der Sohn Gottes sei wirklich gestorben? Im eigentlichen Sinn des Wortes ist nur die menschliche Natur eines wirklichen Todes gestorben. Und doch ist es richtig zu sagen, der Sohn Gottes sei getötet worden (40 III, 721.27). Wenn man der Einheit der Person Rechnung trägt, kann man sogar vom Tode Gottes reden. Zugleich muss aber gesagt werden: Christus konnte nicht getötet werden, „weil er selber der lebendige Gott war“ (40 III,721.28).--- Anmerkung. 14 (= deutsche Übersetzung): „Ich sterbe also für euch, doch indem ich sterbe, werde ich leben, weil ich Gott und Mensch bin. Der Tod kann mich beißen und töten, aber er kann mich nicht im Tode behalten“ (WA 40 III,721.29-31).
Marc Lienhard: Martin Luther christologisches Zeugnis.
 Entwicklung und Grundzüge seiner Christologie.
Berlin: EVA 1980, S. 268f.
Zitate aus Martin Luthers Vorlesungen
 über die Stufenpsalmen
 und Ps. 90: 1532; Jesaja 9 und 53 1543/1544; Hosea 13 1545
(WA 40 III).

Verstehensversuche: „Das Kreuz als Heilsereignis“
Am Kreuz werden alle menschlichen Hoffnungen zunächst zunichte. Für die Jünger war mit dem Tod Jesu am Kreuz die eigene Existenz zerbrochen. Die einst ausgesandt wurden, um die Nähe der Gottesherrschaft zu verkünden, gehen in den existentiellen Konkurs. Das Evangelium – eine absolute Fehlinvestition? Wie können Christen hier noch sagen, dass das Kreuz ein Heilsereignis ist?
1.      Der Mensch Jesus bringt all unsere Hoffnungen mit seinem Tod ans Kreuz. Jesus riskierte sein Leben, um damit neue Lebensmöglichkeiten zu eröffnen. Das Kreuz wird zum Symbol, dass unser alter Mensch stirbt und der neue Mensch der Liebe und des Friedens mit dem Ostermorgen Gestalt annimmt.      

2.      Mit der Kreuzigung Jesu steht Gott selbst im Spiel von Himmel und Erde, noch schärfer: Gott setzt sich selbst aufs Spiel. Der Skandal des Kreuzes ist zugleich Anstoß, die Botschaft der Versöhnung voranzutreiben. Jesus als Gottes Stellvertreter erduldete die schlimmste Unmenschlichkeit.
Der Apostel Paulus formuliert das so (2. Kor 5, 14–19):    
„Denn die Liebe Christi dringt in uns. Wenn es nämlich richtig ist, dass einer für alle gestorben ist, dann sind sie im Grunde alle gestorben. Und Christus ist darum für alle gestorben, damit die die leben, nicht nur für sich persönlich leben, sondern für den leben, der für sie gestorben und auferstanden ist. Äußere menschlich übliche Voraussetzungen gelten nun nicht mehr. Auch den Menschen Jesus, den wir gekannt haben mögen, den kennen wir nicht mehr, den brauchen wir auch nicht mehr. Denn wenn jemand in Christus ist, ihn verinnerlicht hat, dann ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, es ist wahrhaftig alles neu geworden. Das hat Gott bewirkt. Gott stiftet Versöhnung. Dafür steht Christus, er ist das Symbol von umfassender Versöhnung. Darum ist uns der Dienst der Versöhnung aufgetragen. Denn Gott war in Christus [auch am] Kreuz. Das Kreuz ist Zeichen der Versöhnung von Gott und Welt. Schuld und Sünde werden nicht mehr angerechnet, sondern vergeben. Das Kreuz ist Zeichen, dass Versöhnung aufgerichtet wurde.“

3.      Das scheinbare Zeichen der Niederlage, das Vorherrschen des Todes und der Unmenschlichkeit wird zum Sieg für das Leben und für Versöhnung. Denn es werden nicht 12 Legionen Engel als Zeichen göttlicher Macht zum Kreuz gerufen (Mt 26,53). Jesus erleidet den Tod. Er fährt aber noch tiefer, in alle Höllen dieser Welt. Hölle, das heißt in die tiefste Tiefe von Tod bringender Wirklichkeit. Die Höllen haben bis heute nicht aufgehört zu bestehen, aber die Höllenfahrt Jesu ist zugleich Signal, dass auch die letzte Hölle vor dem Kreuz kapitulieren muss.       

4.      Karfreitag ist nicht ohne Ostern zu denken. Allerdings würde der Todestag Jesu  zur Farce, wenn man sich der Auferstehung sicher ist. Aber selbst mit der Auferstehung lassen sich die Risiken des Glaubens nicht absichern, denn wie kann man heute Ostern aktuell verstehen? Jesus hat in Gottes Namen das Leben gegen die Vernichtung gesetzt. Das ist der Grund der Osterfreude. Das darf man schon an allen Karfreitagen dieser Welt bekennen.
Reinhard Kirste

Karfreitag, 14.04.2017 --- Relpäd /1 Kor 1,18-25 
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