Freitag, 18. Dezember 2015

-------------------------------- Heilende Heilige



Warum sind die Heiligen 
eigentlich heilig?
Was haben sie uns voraus,
dass wir ihrem Vorbild
nachdenken,
nachschauen
nachgehen?

Einer betete es 
Heil machend vor:
5000 Hungernde wurden satt,
obwohl das logistisch
bei ein paar Broten
und ein bisschen Fisch
gar nicht zu schaffen ist.
                   Sie nannten ihn nicht umsonst
                   Jeschua – Gott hat geholfen.
                   Er kam als Mensch  
                   zu den Menschen,
                   seitdem ist der Himmel
                   ein wenig offen.
                   Seine Nachfolger
                   haben dies recht verstanden:
                   Dasein für’s Wesentliche
                   ist Dasein ganz menschlich.
                   Not sehen und das Herz öffnen  -
                   Zu-Ver-Sicht ausströmen,
                   wo die Verzweiflung regiert.
                   So sind Heilige unterwegs
                   auf besonders achtsame Art.
   




Wo Zu-Ver-Sicht leuchtet
erscheint aus den Schatten der Nacht
schon die Hoffnung
einer heil werdenden Welt.

Heilende Heilige,
sie sind überall unterwegs,
nur sichtbar dem achtsamen Auge.
Ohne sie wäre die Welt dunkler.


Montag, 26. Oktober 2015

Prophetische Stimmen.

Auch Propheten haben zwei Seiten.
Den Eiferern Gottes
mangelt nicht selten
die Achtsamkeit
und wohlwollende Liebe.
Und mancher meint gar,
Gott für sich
in Anspruch nehmen zu können.


Aber es gibt auch
andere prophetische Stimmen,
die anklagen:
gegen Ausgrenzung,
die Ungerechtigkeit
beim Namen nennen,
die den Habgierenden
die Leviten lesen
ohne Rücksicht
auf die eigene Person.

Es sind prophetische Stimmen,
die die Schönredner entlarven
und die Spekulanten
ins Licht der Öffentlichkeit ziehen.


Bei Gott gilt nicht Geld,
denn Gottes Geltung 
lässt sich nicht entgelten.
Gott liegt quer
zum ökonomischen Kreislauf
von Gewinn und Verlust.

Weil das immer Habenwollen
die Harmonie des göttlichen Heil-Seins
zerstört,
zeigt sich die göttliche Rückseite
als verwirrendes Dunkel.
Das hellt sich erst dort wieder auf,
wo prophetische Stimmen
in Geltung gesetzt werden.


 



Gottes Weihnachtsbrief



Meine lieben Kinder,

(und glaubt mir, ich meine ihr alle), Ich bin ein ziemlich geduldiger Kerl. … Ich dulde eure Moden, Zivilisationen, Kriege und Intrigen, bis ihr jedes Mal in Schwierigkeiten stürzt. Aber jetzt zum Geburtstag meines Sohnes möchte ich euch doch wissen lassen, was mir auf den Geist geht.

Erstens, ich gehe die Decke hoch mit euren ganzen religiösen Rivalitäten. Genug jetzt! Lasst uns eines mal klar stellen. Das sind eure Religionen nicht Meine. Ich stehe über all dem ... Aber jede eurer Religionen behauptet, dass sie mein Favorit sei. Und jede behauptet weiterhin, dass ihre Heilige Schrift von mir persönlich geschrieben wurde und alle anderen Schriften von Menschenhand geschrieben wurden. O Mann!
Wie soll ich diesem Unsinn ein Ende setzen?

Na gut, hört mal zu! Ich bin euer Vater und eure Mutter, und ich habe keine Lieblinge unter meinen Kindern. Ich muss euch auch etwas gestehen: Ich schreibe nicht. Meine Schrift ist schrecklich und ich bin sowie so einer, der handelt. Also – alle eure Bücher einschließlich aller Heiligen Schriften – wurden von Männern und Frauen geschrieben. Diese bemerkenswerten Menschen wurden inspiriert, aber auch sie haben hier und da mal Fehler gemacht. Ich habe besonders darauf geachtet, dass ihr dem geschriebenen Wort nicht so viel Glauben schenkt, sondern eurem Herzen folgt. …

Die heiligen Bücher sind nur Richtungsweiser, so dass ihr nicht an eurem Vertrauen in mich zweifelt.
Das führt mich zum nächsten Punkt über eure Unsinnigkeit. Ihr benehmt euch so, als ob ich euch
brauche und ihr für mich mehr Menschen für eure Religionen gewinnen müsstet. Bitte, tut mir diesen Gefallen nicht. Ich kann gut selbst reden, Danke schön! Ihr braucht mich nicht zu verteidigen, und ich brauche keine ständige Zustimmung. Ich möchte nur, dass ihr gut zu einander seid. …



Was ich möchte ist, dass ihr einfach aufhört, über Religionen zu streiten. Der wahre Grund eurer Religionen ist, dass ihr meiner bewusst werdet und nicht andersherum. Glaubt mir, Ich kenne euch schon. Ich weiß, was jeder von euch im Herzen trägt, und ich liebe euch alle – ohne Ausnahme. …
Ihr scheint zu vergessen, wie geheimnisvoll ich bin. Ihr seht die kleinen Unterschiede in den Schriften
und meint, wenn das die Wahrheit ist, dann kann jene es nicht sein. Statt meine paradoxe und unverständliche Natur zu erkennen – was ihr übrigens auch nie verstehen werdet – solltet ihr eure Herzen der einfachen Leitlinie in jeder Religion öffnen.
Ihr versteht schon, was ich meine: Liebet und ehrt alle, seid barmherzig. Auch wenn ihr verängstigt oder durcheinander seid, habt Mut und seid guter Laune, denn Ich bin immer bei euch. Lernt leise zu sein, damit ihr meine leise Stimme hören könnt (denn ich mag es nicht zu schreien). Lebt mit
Anstand und hinterlasst eine bessere Welt für die anderen, denn ihr seid meine Kinder. …

Das Leben ist so einfach. Warum macht ihr es kompliziert? Es scheint, als ob ihr immer auf der Suche
nach einem Grund seid, um schlecht gelaunt zu sein. Und ich habe es satt, eure Ausrede dafür zu sein. Mir ist es egal ob ihr mich Gott, Jahwe, Jehovah, Allah, Wakantonka, Brahma, Vater, Mutter oder
die Leere von Nirvana nennt. Mir ist es auch egal, welchem meiner Kinder ihr am nächsten steht: Jesus, Maria, Buddha, Krishna, Mohammed oder irgendeinem. Ihr könnt mir oder den Meinen jeden Namen geben, den ihr wollt, wenn ihr dabei nur euch liebt, so wie ich euch liebe. Wie könnt ihr so etwas Einfaches immer vernachlässigen?

Eure Religionen sollt ihr nicht aufgeben. Genießt eure Religionen, ehrt sie und lernt von ihr genauso, wie ihr eure Eltern ehrt und von ihnen lernt. ... Und ich möchte auch nicht, dass ihr alle eure großen Traditionen in einem Wirrwarr vereint. Jede Religion ist einzigartig. Jede hat ihre Besonderheiten, so dass jeder Mensch seinen Weg selbst aussuchen kann. Aber alle meine besonderen Kinder – um die sich eure Religionen drehen – leben am gleichen Ort, in meinem Herzen, und alle vertragen sich dort sehr gut, glaubt mir. …

Meine gesegneten Erdenkinder, die Welt ist zu klein für eure religiöse Bigotterien und das ganze Durcheinander. Der ganze Planet ist inzwischen mit moderner Technik vernetzt, aber auch mit Hunger und Krankheiten und gemeinsamen Ängsten und Bedürfnissen. Macht voran! Wenn ihr mir wirklich bei der Geburtstagsfeier meines Sohnes, Jesus, helfen wollt, dann kümmert euch um die Hungrigen, die Nackten, die Obdachlosen, die Flüchtlinge, die Geschmähten. Und setzt ein Beispiel für alle, in dem ihr nett zueinander seid. Ich habe alle Voraussetzungen dafür geschaffen, wenn ihr doch nur keine Ängste vor einander habt und anfangt liebevoll miteinander umzugehen und zusammen zu lachen. … Was bleibt mir jetzt übrig, außer euch ein wenig durch Vernunft zu beeinflussen und mit ein bisschen altmodischem Schuldgefühl und Manipulation zu überzeugen. …

Ich bin tatsächlich, ich schwöre, immer bei euch. Habt Vertrauen in mich.

Euer Ein und Einziger GOTT

Verfasser unbekannt – aus den USA, übermittelt von Leonard Swidler,
gekürzt und bearbeitet von Reinhard Kirste

Relpäd/Weihnachten/Weihnachtsbrief-kurz,  14.10.15

Mittwoch, 2. September 2015

Annäherungen mit Meister Eckhart

Den Grund finden - Wo? 
In die Tiefe auf-steigen - Wie?
Gehen und gegangen werden -
frei willig?
Und wohin beim Gang durch die Tiefe?
Wege zu Gott,
Ziel ohne Ende,
Maß ohne Maßstab.
Gott - das Schweigen der Sprache.


Beim Blick in den Spiegel -
Wer ist blind?
Mein Auge oder der Spiegel ?
Denn -
wo alles sich nichtet,
erfüllt sich Gott -
Gott - Bild ohne Bild -
grundloser Grund - unendliche Liebe.

 
Wo Geschaffenes und Ungeschaffenes
gleicherweise unwichtig werden,
wo die Zeit in die Ewigkeit sinkt,
und die Liebe gebiert
da ist Gott.

Wo alles zerstäubt
und aus dem Staube
Gott in der Seele erwächst,
fängt wahrhaftiges Menschsein an,
aus dem Staube geboren
durch göttlichen Hauch.
Vernunft geht im vergänglichen Licht,
geht immer oben auf dünnem Eis,
Erkenntnis Gottes aber
ersteht in der Tiefe der Nacht.


Durch-Gang - Unter-Gang - Über-Gang -
die Grenzen zerfließen,
da wird weniger mehr
und alles nichts,
und im Nichts ist alles -
er-nichtetes Wahr.


Buchhinweise mit Rezensionen:




Dienstag, 11. August 2015

Den Meister finden

Die Extreme verlassen,
die Mitte finden
und diesen Weg gehen.

Nicht das Vorläufige 
mit dem Ewigen verwechseln,
sondern das Vorläufige lassen
und das Ewige ein-lassen.

Haben als hätte man nicht,
die Kurzatmigkeit des Zeitlichen
verlieren,
die Worte prüfen,
den Duft der Rose
wahr-nehmen,
die Spuren des Nazareners
heute entdecken
und nachgehen.

Zeitliche Meister erkennen,
fragen und Rat holen von dort,
dann ist der ewige Meister nicht ferne.

"Wohin sollen wir gehen?
Du hast Worte ewigen Lebens".


Montag, 13. Juli 2015

Das Weltspiel göttlicher Liebe


Gott setzt sich aus
Gott setzt sich aufs Spiel
Weltspiel
Liebesspiel 
mit tödlichem Ausgang 
und doch Quell
ewigen Lebens

Entsatz* nicht mit Waffen
mit militärischer Stärke
sondern Entsatz
durch un-end-liche Liebe

gegen alles Entsetzen

Aussätzig - ausgesetzt:
Die die Grenzen der Kasten
der Privilegien, der Hierarchien
einreißen
und übersetzen
zu neuen Ufern
über reißende Flüsse -
den tödlichen Gefahren
sich selbst aussetzend 
und sich losreißen
von allen Besatzern
von gestauter Furcht
wütendem Neid
maßloser Gier
Der Gewalt ausgesetzt
gewaltlos

Darum:
Im Weltspiel nicht aussetzen
sondern Einsatz
gegen die Aussetzer
die Spielverderber -
den Himmel der Erde aussetzen
und entdecken,
dass der Einsatz sich lohnt
im Weltspiel von Gottes Liebe

Da kommen alle Ausgesetzten,
Verstörten, Entsetzten
nach Hause - endlich. 
Aus dem Entsatz der göttlichen Menschwerdung
wird Endsatz ewiger Liebe

* vgl. die Definition von Entsatz bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Entsatz



Freitag, 10. Juli 2015

APHORISMEN II


Die Währung der Ewigkeit
kennt keine Schwankungen
Die Zeit bleibt immer kleine Münze


Bruchlinien
lassen Neues hervor
Unter verkrusteten Formationen
quillt neues Sein
AUFWÄRTS


Unterwegs zum Sinn
begegnet dem Suchenden
HEILIGES

                          Im Angesichte Jesu
                          spiegelt sich der Buddha
                          Im Angesicht des Buddha
                          erscheint der Nazarener 


                         JESUS HAT VIELE GÜTE-GESICHTER

Wo hinter dem Erklärbaren
Weisheit aufleuchtet
ist nicht ferne
das Geheimnis
vom Sinn allen Sinnes

Gegen die Todesfeuer der Krematorien
stehen Leuchtzeichen
einer sich versöhnenden Welt


Wo die Liebe ist
bleibt der Mensch
Mensch

                                                     Der echte Ring

                                                     vermutlich ging verloren
                                                     - welche Chance!

                                                     Wenn die Religionen
                                                     nur sich selber betrachten
                                                     und nicht zum Frieden erziehen
                                                     brauchen wir keine Religion
                                                  
                                                     Kann ich auch
                                                     die neue Welt nicht beschreiben
                                                     so spüre ich doch
                                                     ihre erste Strahlen
                                                     auf meinem Gesicht

Wer die Furchen umbricht 
darf der harrenden Erde
den Samen nicht verweigern

Wenn die Schule des Lernens
die Schule des Lebens wird
wenn das Irdische sich gründet 
im Ewigen
wird die Stimme der Weisheit
verstanden


Die Schule weltweiten Lernens
hat viele Räume
und immer
offene Türen

Die Stimme der Kinder hören
bedarf des Sich-Beugens
allzuleicht
übertönt die Gewalt
das unschuldige Lachen


                                                Wenn Menschsein gilt
                                                ganz ohne jegliche
                                                Vor-Bedingungen
                                                dann spiegeln die vielen Religionen
                                                nur göttlich Eines

Das Nein zu den Feindbildern
verwandelt Fremde in Freunde 

Aus Religionen im Gespräch, Bd. 4 (RIG 4), 1996:
Wertewandel und religiöse Umbrüche


Vgl. APHORISMEN I