Mittwoch, 6. Januar 2021

Begegnung mit Mechthild von Magdeburg (aktualisiert)

Gott, fließend leuchtendes Spiegelbild

Mechthild-Denkmal in Magdeburg
Im Spiegel
sich nicht nur selbst sehen,
viel mehr - 
im Spiegel hinter den Spiegel
schauen.

In den Spiegel schauen
und sich nicht mehr sehen,
stattdessen -
schauen
und im Spiegel 
den Gottesberg sehen,
der Himmel und Erde
verbindet.


Gott verbindet Himmel und Erde,
Tag und Nacht,
Leiden und Liebe.


Der Spiegel wird zum Glas,
durchscheinend.
Gottes Licht bricht,
bricht durch,
fließt durch
hellster Schein,
der die Schatten
durch leuchtet
und zer-scheint.

                                                                                          Texte: Reinhard Kirste

Mechthild von Magdeburg (etwa 1207 - 1282), Mystikerin und Poetin.
Ihr Visionenbuch "Das fließende Licht der Gottheit" gilt als bedeutendstes Werk
deutschsprachiger Mystik vor Meister Eckhart. 

Open Edition: 
Offenbarungen der Schwester Mechthild von Magdeburg
oder Das fließende Licht der Gottheit

AUS DER EINZIGEN HANDSCHRIFT DES STIFTES EINSIEDELN
HERAUSGEGEBEN VON P. GALL MOREL 
Darmstadt: WBG 1980, 287 S.



Titelbild
  Ernst Hellgardt / Balázs J. Nemes /
  Elke Senne (Hg.)
:
  ‚Lux divinitatis‘ – ‚Das liecht der gotheit‘.
  Der lateinisch-frühneuhochdeutsche Überlieferungszweig
  des ‚Fließenden Lichts der Gottheit‘.

  Berlin: De Gruyter 2019, LXXXII, 547 S.
  --- ISBN-13: 9783110176025 --
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Kreuzgang im ehem. Kloster Unserer Lieben Frauen, Magdeburg (Foto: InterReligiöse Bibliothek)



Magdeburg mit dem Dom-Areal (wikipedia)

Lizenz: CC


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