Donnerstag, 5. Mai 2016

Begegnung mit Mechthild von Magdeburg (aktualisiert)

Gott, fließend leuchtendes Spiegelbild

Mechthild-Denkmal in Magdeburg
Im Spiegel
sich nicht nur selbst sehen,
viel mehr - 
im Spiegel hinter den Spiegel
schauen.

In den Spiegel schauen
und sich nicht mehr sehen,
stattdessen -
schauen
und im Spiegel 
den Gottesberg sehen,
der Himmel und Erde
verbindet.


Gott verbindet Himmel und Erde,
Tag und Nacht,
Leiden und Liebe.


Der Spiegel wird zum Glas,
durchscheinend.
Gottes Licht bricht,
bricht durch,
fließt durch
hellster Schein,
der die Schatten
durch leuchtet
und zer-scheint.

Mechthild von Magdeburg (etwa 1207 - 1282), Mystikerin und Poetin.
Ihr Visionenbuch "Das fließende Licht der Gottheit" gilt als bedeutendstes Werk
deutschsprachiger Mystik vor Meister Eckhart. 



Hildegard Keul und Christoph Quarch:
Rezensionen zu Büchern über Mechthild und Mevlana Rumi.
München und Freiburg/Br. 2007